Anwalt will erstmalGeld

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Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Stjopa » 27.11.2019, 11:19

Ich (bzw. meine Partnerin am Steuer des auf mich zugelassenen PKW hatte vor 3 Wochen einen Verkehrsunfall mit einem rumaenischen LKW, der uns als Linksabbieger die Vorfahrt genommen hat. Wir hatten beide nur Prellungen; das Auto ist Totalschaden.
Normalerweise haben auslaendische Versicherer Partner in Deutschland, der bei Unfaellen in D die Schadensabwicklung nach deutschem Recht uebernimmt. Das "Buro Gruene Karte" in Berlin versucht nun seitdem, Kontakt mit der rumaenischen Versicherung aufzunehmen - bislang erfolglos.
Das vorausahnend habe ich - auch auf Rat meiner Versicherung hin(!) - den Fall erstmal als Vollkaskoschaden gemeldet, um Wrackverwertung (Standkosten!) usw. in die Gaenge zu bekommen. Der Fall, dass eine auslaend. Versicherung keinen Partner in Deutschland hat, ist natuerlich aaaaallen Beteiligten (Mitarbeiter meiner Versicherung, Abschleppunternehmen, Anwalt, Autohaus) in ihren langjaehrigen Berufswegen noch nieeeee vorgekommen.
OK, dank Vollkasko werde ich nicht voellig dumm dastehen und wenn von der gegnerischen Versicherung irgendwann doch etwas yu holen sein wird (laur Buro Gruene Karte kann das mehrere Wochen bis Monate dauern), kann die Vollkaskoversicherung sich ihr Geld zurueckholen und ich das, was meine Vollkasko nicht bezahlt.

Wie es hier im Forum ja immer geraten wird, habe ich (zum ersten Mal bei sowas) auch einen Anwalt eingeschaltet. Der hat meines Wissens bisher noch garnichts gemacht (und wenn, dann mich zunindest nicht informiert), ausser sich die Deckungszusage von meiner Rechtschutzversicherung eingeholt und von mir die Selbstbeteiligung in Hoehe von 250 Euro eingefordert.
Jetzt meine Frage: Ist das normal, dass Anwaelte erstmal Kohle vom Mandanten wollen? Eigentlich ist das doch gerade seine Aufgbe und dafuer hab ich ihn eingesetzt: Herauszufinden, von wem er seine Kohle bekommt!
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Maybach » 27.11.2019, 11:44

Servus Stjopa,

das ist leider üblich so, dass sich die Herren Rechtsvertreter zunächst mal die Selbstbeteiligung holen dürfen. Darauf haben sie ja auch den schnellsten Zugriff ...
Ob das klug istoder feinfühlig, lassen wir mal außen vor. Hast Du diesen Anwalt selbst gesucht oder ist er Dir empfohlen worden, z. B. vom ADAC? wenn letzteres, dann wrüde ich mich mal mit dem Empfehlenden unterhalten ...

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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon chaosracer » 27.11.2019, 13:18

Lieber Steffen,
ich bin da ganz anderer Meinung, als mein Vorredner. Bisher habe ich bei meinen Unfälle, alle unverschuldet, immer mit Hilfe von Anwälten die Kosten eingeholt und auch ohne Rechtsschutzversicherung nichts gezahlt. Ich kann dir einen guten Anwalt in Leimen bei HD nennen. Deinem kannst Du einfach das Mandat entziehen, das ich leicht. Rumänischer LKW, puuuh....
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Flyingbrick » 27.11.2019, 18:39

Ich hätte statt vor dem Vorstrecken der 250 EUR viel mehr Angst, dass das Anzapfen der Vollkasko zum teuren Bumerang wird.
Das macht man, wenn man sicher ist, selbst schuld zu sein, und einem geringerer Schadenersatz und die folgende Hochstufung als kleineres Übel erscheinen. Deine Selbstbeteilung in der Vollkasko kommt wahrscheinlich noch on top. Fraglich, ob man nachträglich noch an die Haftpflichtversicherung heran treten kann.

Die Wrackverwertung ist der nächste Stolperstein, weil Kasko und Haftpflicht anders abrechnen dürfen. Ich würde gar nichts mit der Vollkasko machen sondern den Anwalt nach dem sinnvollsten Vorgehen fragen. Auch der hat übrigens Kollegen im Ausland, die helfen können.
Zuletzt geändert von Flyingbrick am 27.11.2019, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Stjopa » 27.11.2019, 18:54

Der Anwalt hat empfohlen, das zunaechst als Vollkaskoischaden zu melden und die Vollkaskoversicherung (d.h. generell meine Versicherung, die man ja bei einem auch unverschukdeten Unfall immer informieren muss/soll) auch. Ueberhauptwaren die diejenigen, die mir bisher am meisten mit Information halfen. Sobald eine andere Versicherung fuer den Schaden eintreten muss, wuerden sie sich ihre Kohle zurueckholen und meine Hochstufung kassieren. Das sei gaengige Praxis.
Ich hatte v.a. Bammel, die Abwicklung mit dem Wrack alleine vorzunehmen; mir war es lieber, wenn die einen Gutachter schicken und mit dem ermittelten Wrackwert einverstanden sind. Und das Wrack rumstehen lassen und teuere Parkgebuehren auf dem Abschlepphof bezahlen, wollte ich auch nicht.
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Flyingbrick » 27.11.2019, 19:45

Okay, und der Anwalt sagt, man könne "erst mal" die VK in Anspruch nehmen und später, ohne dabei Geld einzubüßen, auf eine Regulierung durch die gegnerische Haftpflichtversicherung umschwenken? Das erstaunt mich. Und letztlich gehen alle Kosten, auch die des abgestellten Wracks, zu Lasten des Schädigers.
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon TW » 27.11.2019, 22:24

Hallo Stjopa,
schade um den schönen Wagen. Aber dem habt ihr es wohl auch zuverdanken, dass es bei Prellungen geblieben ist. Bei dieser Konstellation, diesem gefühlten "Minenfeld" wäre ich sicherlich genauso vorgegangen wie Du es angegangen bist. Da müssen Fachanwälte (Spezialisten) bemüht werden um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Ich hoffe für Dich, dass dies auf Deinen Anwalt so zutrifft (ich denke da an meine damalige Lusche von einem Anwalt...).
Halte uns bitte auf dem Laufenden, denn davor ist keiner gefeit.
Grüße
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Stjopa » 28.11.2019, 15:10

Flyingbrick » 27.11.2019, 19:45 hat geschrieben:Okay, und der Anwalt sagt, man könne "erst mal" die VK in Anspruch nehmen und später, ohne dabei Geld einzubüßen, auf eine Regulierung durch die gegnerische Haftpflichtversicherung umschwenken?

Zunaechst hat das meine VK-Versicherung vorgeschlagen (von der ich mir wirklich gut geholfen fuehle). Ehrlich gesagt, kann ich mich gar nicht mehr richtig erinnern, ob der Anwalt das auch vorgeschlagen hat oder, als ich ihn nach dieser Moeglichkeit fragte, erstaunt nnur, "aeh ... ja ... ach ja, das ginge wohl auch", sagte.
Flyingbrick » 27.11.2019, 19:45 hat geschrieben:Und letztlich gehen alle Kosten, auch die des abgestellten Wracks, zu Lasten des Schädigers.

Wohl nur bis zu einer gewissen Grenze. (Man ist ja verpflichtet, die Schadenskosten so niedrig wie moeglich zu halten.) Nach Vorliegen des Schadensgutachtens hat man eine Woche Zeit, sich fuer die Annahme des Wrack-Aufkauf-Hoechstgebots zu entscheiden, sonst zahlt man selbst weiter. (Und der Aufkaeufer hat dann noch eine Woche Zeit, das Wrack abzuholen, ab dann zahlt ER.)
Wie es nun mit der Zeit bis zum Anfertigen des Gutachtens aussieht, weiss ich nicht, da ist ja der Knackpunkt. Normalerweise muss man die gegnerische Versicherung "umgehend" vom Vorfall informieren und die veranlasst dann sehr schnell das Erstellen eines Gutachtens, auch wenn die Schadensfrage vielleicht noch nicht 100% geklaert ist (hier wohl nicht der Fall), um die Kosten niedrig zu halten und prozessiert dann hinterher.
Als im vorliegenden Fall nach 5 Tagen immer noch nicht absehbar war, welche gegnrische Versicherung fuer den Schaden aufkommt oder welche deutsche Partmer-Vrsicherung die Abwicklung uebernimmt (ist es ja nach nun 3 Wochen immer noch nicht), habe ich mich entschlossen, das als VK-Fall zu melden und das mit meiner VK-Versicherung besprochen. Morgens um 11. Um 16 Uhr hat mich ein Dekra-Gutachter angerufen und berichtet, dass er das Wrack gerade angesehen hat ...

Es schien mir halt einfacher, meine VK-Versicherung ein Gutachten incl. Restwertermittlung des Wracks durch Einstellen in einer Wrack-Auktions-Boerse bestimmen zu lassen (und dann auch direkt an den Hoechstbieter zu verkaufen - gestern wurde der Wagen abgeholt), als das alles selbst zu tun.
Meine Hoffnung ist, dass dadurch alles so geschah, wie es die gegnerische Versicherung (bzw. ihr deutscher Partner - und es wird ja nach deutschem Recht abgerechnet) auch veranlasst haette.

Posting automatisch zusammengeführt: 28.11.2019, 15:10

Hier mal ein Bild der Situation nach dem Unfall:

3275

Wir waren in Blickrichtung unterwegs, der Sattelschlepper zog von sich aus gesehen links rueber in unsere Fahrspur, Zusammenstoss links vorne gegen links vorne (schon ordentlich Materialverlust am LKW, auf der Strasse liegt Zeug vom LKW plus unser weisser Rueckspiegel), danach prallten wir auf den roten PKW, der da stand, links abbiegen wollte und durch den Aufprall gut 30 Grad gedreht wurde.
Zuletzt geändert von Stjopa am 28.11.2019, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon Callinator » 02.12.2019, 22:25

Interessant. Als mir jemand drauf gefahren ist, habe ich auch direkt einen Anwalt über mein Autohaus in Anspruch genommen, damit alles über den Anwalt läuft.
Ich habe zusätzlich eine Rechtsschutz mit 150€ Selbstbeteiligung. Diese wurde abgefragt und anschließend wurde mir gesagt, dass ich keine SB für den Anwalt zahlen muss.
Das ganze ist nun auch schon über ein Jahr her. Die gegnerische Versicherung will nicht alles zahlen, da ihr der Mietwagen zu teuer ist und sie keine Wertminderung anerkennt, da sich ja alles restlos reparieren/austauschen lies.
Seitdem liegt das ganze beim Gericht und es passiert nichts weiter, weil man dort wegen VW-Dieselbetrug so viel zu tun hat...
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Re: Anwalt will erstmalGeld

Beitragvon chaosracer » 04.12.2019, 09:34

VW ist eh an allem schuld... :P

Nur Prellungen hattest Du, Steffen? Und deine Freundin auch? Das macht dann locker NUR 2000 extra. Warst Du beim Arzt? Zwei sind besser, drei noch besser.
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