Meine erste Vollbremsung

Benzingespräche rund um das Motorrad und das Motorradfahren. Bitte keine technischen Probleme hier posten.

Meine erste Vollbremsung

Beitragvon MagdaCB500S » 12.01.2020, 13:33

Hallo Leute,
ich habe gestern einen Schreck erlebt, musste nämlich Genfahrbremsung ausführen (wegen einem blödem Hund, der plötzlich von der Seite mir auf die Straße gesprungen ist) :censored: ... Ich fahre erst meine CB 500S seit 20 Dezember (Führerschein A gerade Mitte November gemacht) und wusste nicht mal was es bedeutet ohne ABS voll zu bremsen (in der Fahrschule gibt es nur Modelle mit ABS). Das hintere Rad hebte hoch (das kannte ich zumindest), aber dann blockierte voll und ich rutschte hin und her einen Zicke-Zack-Parcour bevor ich mich fing und zum stehen kam :blink2: Ich habe mich voll erschrocken :shock: Jetzt hatte ich Glück gehabt, aber die Situation hat mich etwas verunsichert. :oops:
Kann mir jemand von euch ein paar Tips geben zum Thema Bremsen, bzw Gefahrbremsen ausführen ohne ABS :roll:
Und noch eine Frage was macht ihr beim sehr starken Seitenwind? (außer Geschwindigkeit reduzieren?, gegen den Wind kämpfen und fahren? sich auf dem Motorrad hinlegen?)

Liebe Grüße

Magda
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon gmbo » 12.01.2020, 14:29

Hallo Magda,
bei dem Wetter wie jetzt kannst du hinten immer voll reintreten, dann schlingert es ein wenig weil das Rad blockiert. Das ist aber nicht schlimm, weil du in der Spur bleibst. Das geht auch bei Schnee.
Vorne solltest du nur bei trockener Straße voll bremsen. Da bewirkt das Blockieren schnell das ablegen der Maschine.
Deshalb bei Schotter, Schnee, Sand, Blättern und Nässe vorne vorsichtiger dosiert bremsen und hinten voll.

Auf trockener Straße oder Platz, wo du keinen Verkehr hast, ruhig mal wie in der Fahrschule mit deiner Maschine mal üben.
gmbo
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon Twintreiber » 12.01.2020, 14:32

Hallo Magda,
erstmal schön, dass das am Ende noch glatt gegangen ist. Wenn das Hinterrad abgehoben hat, hast Du ja schon ganz schön reingelangt und eigentlich alles richtig gemacht.
Meine Empfehlung wäre auf jeden Fall mal ein Sicherheitstraining zu machen. Da kriegst Du von erfahrenen Trainern alles vermittelt, was beim Bremsen so passiert und wie man es richtig macht. Das allerwichtigste beim Bremsen ist immer das richtige Maß an Kraft auf die Vorderradbremse zu kriegen. Soviel also, dass Du möglichst hart bremst, aber nicht soviel, dass das Vorderrad blockiert, weil dann liegst Du unweigerlich ganz schnell auf der Nase. Was mit dem Hinterrad passiert, ist dagegen Nebensache. Wenn Du vorne kräftig bremst, geht das Hinterrad sowieso hoch, und ein abgehobenes Hinterrad kann keine Bremskräfte übertragen. Dann ist Dir nochwas passiert, als das Hinterrad wieder runter kam. Da hat es nämlich blockiert und ein wenig rumgeschwänzelt. Im Grunde ist das aber beim gradeausfahren harmlos. Und das ist etwas, was man auf einem ruhigen Parkplatz auch mal alleine trainieren kann, dann überrascht einen das auch nicht mehr. Genauso ist es Trainingssache, das Gefühl für die maximal mögliche Kraft für die Vorderradbremse zu erkunden. Aber das sollte man eher in mit einem Trainer im SHT machen. Die geben einem dann auch eine Rückmeldung, "hey, da geht noch was" oder "Vorsicht, noch etwas mehr, dann blockiert's".

Seitenwind: Da ist vor allem die Frage, ob es stetiger oder böhiger Seitenwind ist. Bei böhigem Wind: Auf jeden Fall Tempo raus, weil man bei hoher Geschwindigkeit nicht adäquat reagieren kann. Stetiger Seitenwind macht eigentlich nix, außer dass er vielleicht plötzlich unterbrochen werden könnte, also auch böhig wird. Vor Jahren sind wir mal auf dem Rückweg vom FT in Thüringen in der Gruppe auf einer schnurgraden Straße bei starkem stetigen Seitenwind mit der ganzen Gruppe mit deutlicher Schräglage gradeaus gefahren, das sah sehr lustig aus.
Zuletzt geändert von Twintreiber am 12.01.2020, 19:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon MagdaCB500S » 12.01.2020, 16:39

Danke für eure Antworten. Ich benutze sehr gerne hintere Bremse, (die vorne natürlich auch aber etwas vorsichtiger), aber demnächst werde ich auf jeden Fall schauen, dass ich weiter dabei bleibe und wenn nötig keine Hemmung von voll Bremsung hinten habe:)
Ich habe mich tatsächlich schon für Sicherheitstraining angemeldet (aber der findet statt erst im Mai) und hoffe dabei ein bisschen mehr über mich und meine Maschine zu erfahren.
Und bei Thema Wind, meinte ich natürlich den böhigen Wind. Den stetigen habe ich inzwischen sehr gerne als Freund;)

L.G.
Magda
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon Free-sky » 13.01.2020, 09:29

Normalerweise bremst man beim Motorrad zu 90% oder mehr mit dem Vorderrad, daher sind diese Bremsen auch immer stärker ausgelegt als die am Hinterrad.

Wie Twintreiber schon geschrieben hat : SIcherheitstraining! Ist ein absolutes MUSS.
Ansonsten Buchempfehlung :
"Die obere Hälfte vom Motorrad"
Ist schon viel diskutiert worden, ich kann es wirklich nur empfehlen. Aber nicht als Ersatz eines Sicherheitstraining.
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon Chickenmarkus » 13.01.2020, 13:10

Bisher nur beiläufig genannt: Üben, üben, üben!
Gefahrenbremsung muss man üben. Auf einem Parkplatz, leerem Industriegebiet oder was auch immer aus immer höheren Geschwindigkeiten immer stärker bremsen. Hier merkt man, dass es einen ziemlich großen Grenzbereich zwischen "zu wenig bremsen" und "blockierendem Vorderrad" gibt. In in diesem Grenzbereich muss man ohne Nachzudenken agieren können, denn in solchen Schreckmomenten hast du dafür gar keine Zeit mehr.
Ebenso muss es zum Automatismus werden die Bremse direkt wieder etwas zu lösen, wenn es doch einmal blockiert. Steckt das drin, kann eigentlich nichts mehr passieren, was ein ABS verhindert hätte. Böse Zungen behaupten sogar, dass richtig gute Fahrer - oder nein, besser Anhalter - ohne ABS sogar kürzere Bremswege als mit ABS vorweisen.

Für die Technik kann ich auch nur ein Fahrsicherheitstraining empfehlen! :up:
Die Kurzfassung für das aktuelle Üben: Legst du direkt den vollen Bremsdruck an, hat sich das Gewicht noch nicht auf das Vorderrad verlagert, welches dann eher blockiert. Daher Bremsdruck "langsam aber zügig" aufbauen. So taucht die Gabel ein, bringt ordentlich Gewicht auf das Vorderrad und du kannst feinfühlig bis in den Grenzbereich hineinbremsen.
Zuletzt geändert von Chickenmarkus am 13.01.2020, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon Maybach » 13.01.2020, 15:36

ohne ABS sogar kürzere Bremswege als mit ABS


Kann ich nur bestätigen: bei den zahlreichen Fahrsichrheitstrainings, die ich beim ÖAMTC gemacht habe, waren die Bremswege meienr XS 650 (jetzt 42 Jahre) immer kürzer als die der "ABS-Bomber" ...

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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon MatzeFix » 13.01.2020, 16:36

Hey Magda,
da hat sich die CB500 wie immer gut verhalten - sie hat dich nicht im Stich gelassen :D - schön das DIR dabei nichts passiert ist - außer ein Schreck.

Ich würde gerne den Chickenmarkus in seiner Aussage der Übung unterstützen. Nicht nur, dass man einmal ein Sicherheitskurs macht (der auch meinerseits sehr empfohlen wird - und das nicht nur einmal im Jahr), sondern das man auch regelmäßig und vorallem nach längeren Pausen einen ruhigen Platz (am Besten weg von Wohnbereichen usw.) sucht und da gediegen sein Ding übt.
Es ist immer wichtig zu wissen, wie sein eigenes Motorrad reagiert. Am Besten ist es nach einer Gefahrensituation gewusst zu haben wie sich das Motorrad verhält ohne danach verwundert zu sein.
=> Daher kommt eine gute Gefahrenbremsung nicht nur aus der Fahrschule und aus dem Sicherheitskurs, sondern auch aus der regelmäßigen Wiederholung (zumindest was eine gute Praxis angeht).

Die gute Honda hat wie gesagt kein ABS und daher ist es essentiell wichtig, das Vorderad "vorzuladen" und darauf vorzubereiten, dass es zur Gefahrenbremsung kommt. Chickenmarkus: "langsam aber zügig". Das wirst du vorallem bei deinen Übungen feststellen, wenn du bei sehr schneller Bremsung ein schnelleres blockierendes Vorderrad hinbekommst wie mit einer eintauchenden "vorladenden" Gabel. Das Hinterrad wird meisten blockiert, auch wenn du super dein Hinterrad dosieren kannst, weil es dabei sehr entlastet wird. Dabei ist eigentlich nur wichtig, dein Bike gerade zu halten. Beachte jedoch, dass wenn die Gefahrenbremsung nicht mehr ausreicht, du auch ein Ausweichmanöver üben solltest (Bremse lösen und ausweichen)

Ein wichtiger Tipp meinerseits ist - achte bei der Gefahrenbremsung auf deine Körperspannung. Versuche nicht nach vorne zu sacken, da du sonst an Bremswirkung verlierst, weil du dich konzentrieren musst auf dem Motorrad sitzen zu bleiben bzw. du den Griff nicht richtig halten kannst und somit dein Bremsgriff durch Korrektur lockern musst. Außerdem achte auf deine Ellenbogen. Du solltest einen ausgeglichenen Druck auf den Lenker bringen, da du sonst das sogenannte Counter-Steering erlebst und sich dein Motorrad in einer leichten Kurve wiederfinden wird bzw. nicht mehr gerade aus fährt. Dein Körper sollte sich daher gerade auf dem Motorrad sitzen. Deine Ellenbogen, nun ja da gibt es immer wieder diskussionen, sollten aus meiner Erfahrung heraus leicht angewinkelt sein (wenn sie komplett durchgestreckt sind, kannst du schwerer korrigieren, sofern du einen ungleichen Druck auf den Lenker bringst).

=> Falls deine Unsicherheit dich blockiert, übe sooft es geht. Wenn du dich daran gewöhnst kannst du dich verbessern und du lernst dein Motorrad kennen. Daher ist der Schlüssel wirklich die Wiederholung (so wie ich es gerade im Text mache - ;) ).

Mit dem Wind wurde schon alles gesagt denke ich - eventuell hilft das Abducken noch, wenn die Böhe zu stark sein sollte.


Wenn du dich für Techniken bezüglich Bremsung usw. weiter interessierst, gibt es auf YouTube sehr gute Videos - mein Tipp wäre dazu (auf Englisch) MotoJitsu. Der Herr hat hervorragende verständliche Videos zu jeder Situation und super erklärt.
Eventuell kannst du dir auch was vom Sport MotoGymkhana etwas abschauen. Hier wird sehr oft die Hinterrad bremse für Kurven verwendet, und auch gerade wird ordentlich reingeankert.

Von 1000 PS
#Ausweichen https://www.youtube.com/watch?v=jFowlF2x9ac
#Bremsen https://www.youtube.com/watch?v=q8uJPBhKSV0

Moto-Jitsu
#FastBreaking https://www.youtube.com/watch?v=hW2iKAPfW-E

In diesem Sinne -> Ich bin neidisch auf dich das du schon Motorrad gefahren bist -> mein Töff ist noch in der Garage :D


Beste Grüße
MatzeFix
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon MagdaCB500S » 13.01.2020, 21:39

Hey Jungs,
ich werde weiter dabei bleiben und üben. Bei der Fahrschule hatte ich von Anfang an keine Hemmung bei Vollbremsung,oder Ausweichmannöver da war nur ordentlich ABS zu hören:) Ab jetzt werde ich immer wieder auf den sicheren Plätzen ohne ABS zu probieren und üben und natürlich demnächst beim Sicherheitstraining.
Und danke für die Links, ich habe mir die Videos angeschaut und finde sie sehr gut:)

Gruß

Magda
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon TW » 15.01.2020, 13:06

Hallo,

im Internet wirst Du viele Angebote finden bzw. hör Dich einfach um.

https://motorrad-training-owl.de/frauentraining/

Gruß
TW
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Re: Meine erste Vollbremsung

Beitragvon Rosemaster » 16.01.2020, 12:19

Fahrsicherheitstraining kann ich nur empfehlen.

Habe vergangen Sommer eines gemeinsam mit meiner Frau (Neueinsteigerin) gemacht. Ehrlich man fühlt sich sicherer danach.
Nur sollte man dann die neu diazugewonnene Sicherheit nicht nutzen um noch schneller in die Kurve oder noch weniger Abstand zu halten.

Wir haben halt alle keine wirklich Knautschzone

Ansonsten freue ich mich natürlich das es bei dir gutgefangen ist. Ich selbst war im vergangen Frühjahr mit der CB500 meiner Frau unterwegs, als mir eine Wildschweinmama mit ihren Kleinen unmittelbar vor die Karre gelaufen ist.

Das war dann eine Vollbremsung - dachte ich und ist auch gut ausgegangen. Seit dem Fahrsicherheitstraining, weiß ich das da noch mehr gegangen wäre. Kostet echt Überwindung beim Bremsen bis an Limit zu gehen.

Also mein Tip Fahrsicherheitstraining und Üben, Üben und nochmals Üben - immer wieder mal

Gruß aus dem Westerwald
Zuletzt geändert von Rosemaster am 16.01.2020, 12:19, insgesamt 2-mal geändert.
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