Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Presi » 18.09.2017, 22:40

Ok, doch einer mit dem Rasen...

Nein, es wäre möglich, dass der Motorradfahrer kurz vor dem Ortsausgang schon ein wenig beschleunigt hat und sich dennoch ans Tempolimit hielt, dann aber aus Unerfahrenheit gegen die Leitplanke gefahren und Straßenlaterne geprallt ist. An einer Laterne reicht schon eine geringe Anprallgeschwindigkeit bei Stadttempo für letale Folgen.
Aus der Meldung geht kein Geschwindigkeitsverstoß hervor - auch wenn er naheliegt - aber nicht jeder Tempoverstoß ist rasen.

Zum Thema unterlassene Hilfe ganz aktuell:
http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/prozess-unterlassene-hilfeleistung-100.html

Posting automatisch zusammengeführt: 18.09.2017, 22:40

Und wo ich gerade so schreibgeil bin:
Ich habe einen Freund, der ist Asperger-Autist. Wohnt in einem betreuten Wohnheim und wird seit Jahren mit Psychopharmaka vollgepumpt, um seine Ängste loszuwerden.
Der hat schon einige Dinge getan, die einen Shitstorm hätten hervorrufen können. Er ist aber ein superlieber Mensch und bspw. wüsste ich nicht, ob er in einer solchen Situation das Richtige getan hätte.
Wenn alle Leute über einen herziehen, den niemand kennt, denke ich manchmal an diesen Freund. Ich denke, dass dieser Mensch vielleicht etwas speziell ist und für sein Verhalten, ja, weniger kann. Vielleicht unter Drogen. Medikamenten. Oder sonstwie anders. Nicht jeder will einfach nur ein Video für das Netz - auch wenn das, zugegeben, nahe liegt.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Supertyp » 18.09.2017, 22:41

In diesem Fall könnte es plausibel sein, das die Bankunden den gestürzten Opa für einen Obdachlosen gehalten haben - falls sie nicht gesehen haben wie der Opa stürzte und wenn kein Blut zu sehen war. Um zum Gelddautomaten zu kommen bin auch schon mal über einen schlafenden Penner gestiegen ohne seine Lebenszeichen zu prüfen. Hätte mir also auch passieren können.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Presi » 18.09.2017, 22:44

Ich habe mal aus Versehen den Geldbecher eines Obdachlosen, der zwischen den Geldautomaten schlief, umgetreten. Waren nur kupferfarbene Cents drin, superlaut, klimperte überall rum.
Der Obdachlose machte keinen Mucks. Hab das Geld zusammengesammelt und hingestellt.
Sorry, da kann man nicht immer die Atmung prüfen...

Btw werden die Sparkassen hier nun abgeschlossen um 10 oder 11, kaum eine hat die ganze Nacht auf. Ätzend. Aber nötig wegen immer mehr Obdachloser.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Stjopa » 19.09.2017, 10:42

Presi » 18.09.2017, 22:40 hat geschrieben:Ich habe einen Freund, der ist Asperger-Autist. Wohnt in einem betreuten Wohnheim und wird seit Jahren mit Psychopharmaka vollgepumpt, um seine Ängste loszuwerden.
Der hat schon einige Dinge getan, die einen Shitstorm hätten hervorrufen können. Er ist aber ein superlieber Mensch und bspw. wüsste ich nicht, ob er in einer solchen Situation das Richtige getan hätte.

Das Richtige vermutlich nicht, aber er wäre bestimmt nicht über den Daliegenden weggestiegen und an den Geldautomaten gegangen.
Ein Aspi wäre panisch nach Hause gelaufen und und hätte gerufen, "Da lag einer! Ich konnte kein Geld holen! Was soll ich denn jetzt machen ohne Geld?"
Und selbst wenn der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung damit genauso erfüllt gewesen wäre, sehe ich einen riesen Unterschied zwischen einem, der überfodert ist und einem, der drübersteigt und teilnahmslos sein "Tagesgeschäft" fortsetzt.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Supertyp » 19.09.2017, 13:46

Unterlassene Hilfeleistung kann aber nur vorliegen, wenn es offensichtlich ist, das jemand Hilfe benötigt. Ich also Zeuge eines Unfalls o.ä. gewesen bin, offensichtliche Verletzungen, Blut, Erbrochenes sehe oder wenn ich zur Hilfeleistung aufgefordert werde. Ein schlafender Obdachloser im Vorraum zu den Geldautomaten ist leider nichts total ungewöhnliches mehr.
Wenn dann auch die Kleidung eher auf einen Penner als auf einen Normalo hindeutet, ist es eher plausibel das hier sicher ein sozialer, aber kein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Stjopa » 19.09.2017, 14:12

In der Ecke vielleicht.
Aber mitten im Weg, so dass man auf dem Weg zum Geldautomaten drübersteigen muss?
So legt sich keiner freiwillig hin.
Und wenn er da liegt, weil er sturzbesoffen hingeflogen ist, dann IST es ein Notfall.
Es verlangt ja niemand, ihn anzufassen o.ä.; einen Notruf abzuschicken reicht ja schon.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Supertyp » 19.09.2017, 14:40

Also, zum Tathergang: Der Typ lag auf der Seite mit den Beinen vor der der Glastür, parallel zur Wand. Alles deutete auf eine freiwillig angenommene Schlafposition hin. Nach etwas zögern und abschätzen meiner und seiner körperlichen Fitness (könnte ja irgendein Trick sein) bin ich mit einem langen Schritt über seine Unterschenkel rüber. Dasselbe auf dem Weg nach draussen. Passiert ist das ganze irgendwann abends zwischen Weihnachten und Silvester 2010 im eisig-kalten Berlin. Hab ich damals unter "arme Sau" und "typisch Berlin" verbucht.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Palomino » 20.09.2017, 07:34

Das schlimme an der ganzen Geschichte finde ich nicht, dass einer lieber filmt statt zu helfen. Natürlich ist es schrecklich und der Filmer gehört für sein handeln bestraft. Das eigentlich schlimme an der Sache ist die mittlerweile gängige Selbstverständlichkeit und Dreistigkeit bei solchen Taten.

Ich kann mich in den letzten Jahren an so gut wie keinen Feuerwehreinsatz erinnern, an dem wir es nicht mit Gaffern zu tun hatten. Egal welche Uhrzeit. Selbst Nachts um drei rennen dir welche mit Handy und Bademantel zwischen den Einsatzkräften rum und behindern die Rettungskräfte. Das ist das schlimme an der Geschichte. Ein trauriger Einzelfall wäre in der Situation zwar auch schlimm, aber wenisgtens nur ein Trottel unter vielen. DIe Menge an Trotteln ist es aber die mich mittlerweile traurig macht. Und meines Erachtens nimmt das mittlerweile auch ein Ausmaß an, dass wenn man das ganze als "gewisse Entsolidarisierung" beschreibt maßlos untertreibt. Von mir aus kann über jeden dieser Gaffer ein massiver Shitstorm hereinbrechen, da kann jeder von denen an den Pranger gestellt werden, solange es etwas hilft und den Leuten klar wird was sie da machen. Denn mit gut zureden oder irgendwelchen Strafandrohungen ist es da bei weitem nicht getan. Das einzige was man von so Typen bekommt wenn man sie auffordert zu helfen oder wenigstens die Unfallstelle zu räumen ist Unverständnis, Anfeindung und Pöbelei. Von mir aus darf diese Gafferei gerne stigmatisiert werden. Mittlerweile gibt es ja schon richtigen Einsatztourismus. Da habe ich schon erlebt, dass Menschen mit kleinen Kindern über die Gegenfahrbahn einer viel befahrenen Bundesstraße laufen, nur um eine gute Einstellung auf die Rettungskräfte die um das Leben einer eingeklemmten Person kämpfen zu bekommen. Für sowas fehlt mir jegliches Verständnis.

Und so viele wirklich dummdreiste Gaffer die ich schon erlebt habe, können sicher nicht durch Asperger oder dergleichen heruntergespielt werden. Ich glaube nicht das es in D so viele Menschen gibt die an Asperger leiden....
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Flyingbrick » 20.09.2017, 08:58

Danke, davon unterschreibe ich jedes einzelne Wort.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Supertyp » 20.09.2017, 09:55

Ich unterschreibe das auch..
Aber ihr müsst das nicht hinnehmen! Wenn du mit deinen Kameraden der Meinung bist, das der Gaffer die Hilfeleistung stört, ruft die Polizei und zeigt ihn an! Vor Gericht hat der dann ganz schlechte Karten!
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Palomino » 20.09.2017, 10:24

Ich weiß. Aber das ist leider leichter gesagt als getan. Unsere Priorität im Einsatz gilt der Person die uns braucht bzw. um Hilfe gerufen hat. So viel Personal haben wir im Normalfall leider nicht, dass wir auch noch Kameraden abstellen können um die Gaffer im Schach zu halten oder sogar noch Personalien aufzunehmen. Und bis die Polizei wegen sowas zu einer Einsatzstelle kommt, wo sie nicht unbedingt gebraucht wird, kann das leider auch eine ganze Weile dauern..... Auf dem Land ist das leider nicht so einfach und die fehlende Schutzpolizei macht sich bei uns leider deutlich bemerkbar.... Im Nachbarlandkreis sind im ganzen LK nachts noch max. 2 Streifen unterwegs und das ist kein kleiner LK.... Da sinkt die Priorität für so einen Fall natürlich deutlich.

Vor kurzem hatten wir einen Recht großen Einsatz mit vielen Nachbarwehren und entsprechender Personalstärke. Da haben wir dann auch mal Personalien aufgeschrieben und die Gaffer der Polizei gemeldet. Einsicht war aber leider keine zu erkennen. Das macht es ja noch schlimmer - dieses fehlende Unrechtsbewusstsein. Wenn die Leute wenigstens etwas beschämt wären wenn man sie darauf anspricht, aber sogar das Gegenteil ist der Fall. Teilweise wird man wirklich massiv und auch aggresiv angepöbelt wenn man Gaffer versucht in die Schranken zu weißen.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Flyingbrick » 20.09.2017, 10:53

Ich habe eine Weile im Sicherheitsdienst gearbeitet und bin ausgebildeter Werkschützer. Schon vor 25 Jahren hatten wir solche Vögel, die dem herbeirennenden Notarzt noch ein Bein gestellt haben. Aber das war damals Pillepalle gegen die heutige Situation. Es bringt auch nichts, Gaffer vor Gericht bringen zu wollen. Gerichte haben komplett aufgegeben aufgrund der Überlastung und die Beweislage muss schon zweihundertprozentig sein, um auch nur eine Anklage zu erwirken. Dann hast Du einen dieser Vögel zu zehn Sozialstunden und 300 EUR Geldstrafe verurteilt und dafür kommen morgen zehn neue an die Unfallstelle.

Im Zuge der Gefahrenabwehr das Handy beschlagnahmen wäre ein erster Schritt, die Leute für die Dauer der Rettungsarbeiten mit zwei Kabelbindern an der nächsten Laterne fixieren der zweite. Für den Langzeitlerneffekt drei Monate Führerscheinentzug und danach Prüfung der allgemeinen Eignung zum Führen von Fahrzeugen (MPU). Aber wie Patrick schon sagt, die Helfer an Unfallstellen haben Besseres zu tun. Und wenn Du drei Mal diese Leute angezeigt hast und drei Mal nach acht Monaten das Verfahren eingestellt wird, lässt Du es.

Hier findet keine schleichende wasauchimmer-sierung statt. Hier herrscht inzwischen ein Gesetz der Straße, den Leuten sind Intelligenz, Empathie, Sozialisierung und Respekt komplett abhanden gekommen.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon The Rob » 20.09.2017, 17:12

Ich finde auch, dass es in Deutschland leider viele Leute gibt, die man gerne unter dem egriff "Asis" zusammenfassen kann.
Aber ich muss auch sagen, ihr wisst alle gar nicht, wie gut es uns in Deutschland immer noch geht.
Während in Deutschland Fernsehkampagnen für die Rettungsgasse laufen, gibt es hier in China ganz andere Sachen, folgende Geschichte:
Eine Bekannte erzählt mir, dass in China im Fernsehen gerade eine Kampagne läuft, die Leuten erklärt was ein Zebrastreifen ist und wie das funktioniert. So ein richtiger Tränendrüse-Werbespot, Opa steht am Zebrastreifen, wartet dass alle anhalten. Machen dann wirklich alle, winken den Opa geduldig und freundlich durch. Der zieht den Hut und bedankt sich mit Tränen in den Augen überschwänglich.
Weiter erzählt die Bekannte, eines Nachts war sie unterwegs und es regnete, da sah sie eine andere Frau am Zebrastreifen stehen. Weil auch sonst kein Auto in der Nähe war, dachte sie sich, "ich probier es mal, die über die Straße zu lassen." Und hielt also am Zebrastreifen an.
Reaktion der Frau auf der Straße? "BIST DU BEKLOPPT!? WARUM FÄHRST DU NICHT!? WAS IST MIT DIR NICHT IN ORDNUNG!? ICH KANN NICHT ÜBER DIE STRAßE BEVOR DU WEG BIST!!! JETZT FAHR WEITER DU SCHLAMPE!!!"
Das war übrigens in Changsha, einer Stadt mit zig Millionen Einwohnern, dem zivilisierten Teil Chinas.

Posting automatisch zusammengeführt: 20.09.2017, 17:12

Noch was zu China:
Ich bin noch keine 24 Stunden hier und die Zensur geht mir schon auf die Nerven.
Idealo.de unterstellt scheinbar allen chinesischen IPs pauschal, dass sie ein bot seien.
War in Taiwan kein Problem, einfach ein Captcha und dann gab es Zugang.

Festlandchina? Recaptcha ist google, dass Ding taucht einfach in der Seite nicht auf, weil Google in China durch staatliche Zensur geblockt wird. Aber der Hinweis von idealo, dass ich doch bitte meinen Adblocker checken soll, weil das Captcha wohl nicht angezeigt wird. :wallb:

Ich kann nur sagen, wehrt euch gegen Überwachung.
Egal wie sehr unsere Gesellschaft verroht oder was auch immer, wir brauchen nicht mehr Kameras.
Zuletzt geändert von The Rob am 20.09.2017, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon chaosracer » 20.09.2017, 20:02

Schöner Post, Rob - von außen sieht unser Land noch lebenswert aus, auch wenn sich Dinge verschlechtern. China braucht wohl wirklich noch einige Jahre; ich habe hier zwei Bekannte: einer Chinese, der andere aus Hong Kong. Beide gleich alt aber die kulturellen Unterschiede sind schon gewaltig...
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Presi » 21.09.2017, 00:03

Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel und Gott bewahre uns vor Rettungssanis, die gaffende Jugendliche an Laternenmasten fesseln.
Aufweichen des Gewaltmonopols des Staates haben wir schon genug.
Und so ärgerlich alles das ist, sollten wir weniger vorverurteilen als Unschuld vermuten oder zumindest einen mutmaßlichen Täter anhören. Alles andere ist Wildwestjustiz.
Danach kann man mit Scheisse stürmen, vorher bitte nicht.

Und - ganz ehrlich - sind doch ein paar Gaffer mit ner Kamera, die hoffen, ein paar Euro von BILD zu bekommen, ein Luxusproblem. Fragt mal nen Feuerwehrmann in Berlin, was hier inzwischen in einigen Stadtteilen abgeht, da rotten sich innerhalb kürzester Zeit 30-50 Mann zusammen und bedrängen die Rettungskräfte massiv.
Nen Typ quf nem Fahrrad hat einem Sterbenden nicht geholfen und gefilmt. Schlimm. Aber schockierend? Finde ich nicht. Es hat schon immer nur eine Minderheit geholfen bei sowas.
Zuletzt geändert von Presi am 21.09.2017, 00:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Supertyp » 21.09.2017, 07:39

Ach was, bei Gefahr im Verzug muss gehandelt werden! Rettungskräfte sollten viel mehr Rechte haben und Notwehr, Nothilfe und vorläufige Festnahme unter körperlichen Zwang zum Beispiel. Hinterher können sich die Assis ja beschweren. :D
Anschließend Gerichtsverhandlung und/oder Abschiebung, je nach Täterkreis.
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon The Rob » 21.09.2017, 07:57

Mails abrufen per Smartphone Mailapp geht auch nicht, muss mich extra in das blöde web.de einloggen. :wallb:
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Palomino » 21.09.2017, 08:07

Mir geht es nicht primär um das nicht helfen. Ist schlimm, dass das keiner macht, aber wie du sagts, das war noch nie anders. Aber viele denen es um das nicht helfen geht, schauen eben normalerweise weg.

Dieser eine Typ auf dem Fahrrad der "nur" gafft ist aber genau die Vorstufe zu dem was du auch beschreibst: Die immer massivere Behinderung und Bedrängung von Rettungskräften. Das geht los mit einem der "nur" schauen will was passiert und endet mit toten oder schwerverletzten Rettungskräften die gerne anderen in Not geholfen hätten - und das oft freiwillig und unentgeltlich in ihrer Freizeit.

Und eigentlich gibt es da auch keine Unschuldsvermutung...
Gaffen an sich -> Ordnungswidrigkeit
Foto- und Filmaufnahmen eines Unfalls oder einer verletzten Person zu machen -> Straftat
Danebenstehen wenn einer schwerverletzt da liegt und zuschauen ist unterlassene Hilfeleistung -> Straftat
Nötigung von Rettungskräften im EInsatz -> Straftat
Nichtbeachten oder umfahren von Absperrungen -> Ordnungswidrgkeit

Warum sollte ich denn da bei einem der mich am Kragen packt und wissen will was passiert ist und nebenbei noch das Handy auf einen der auf dem Boden liegenden Verletzten hält seine Unschuld vermuten? Von denen die gemäßigt an einer Unfallstelle vorbei fahren oder laufen und mal schauen was da passiert ist, will ich ja gar nichts. Selbst diejenigen die an einer Absperrung stehen und schauen sind mir egal. Mir geht es um diejenigen, die wirklich ganz vorne stehen, Rettungskräfte nötigen, eine Makroaufnahme der blutenden Platzwunde machen oder die Einsatzfahrzeuge daran hindern zum Einsatz zu kommen. Und da finde ich es keine Wildwestjustiz, wenn mehrere definierte Straftatbestände erfüllt sind zu sagen: Das ist nicht richtig was der macht, der gehört zur Verantwortung gezogen.

Daher kann ich es nicht nachvollziehen wie du "ein paar Gaffer" als Luxusproblem hinstellen kannst. Das ist es meines Erachtens bei weitem nicht. Ich selbst wurde bei Einsätzen schon von Schaulustigen festgehalten, weil diese der Meinung waren, dass sie jetzt ein Recht darauf haben, zu erfahren was hier passiert ist.

Bei dem Einsatz den ich oben erwähnt habe, als wir versuchten die Gaffer von der Unfallstelle wegzubekommen um zum einen unsere Arbeit erledigen zu können und zum anderen die Würde der verletzten Person, die später leider noch an der Unfallstelle verstorben ist, zu wahren, wurden zwei meiner Kameraden massiv bedroht und angegangen. Da fehlte nicht viel, dass gegenüber meiner Kameraden die Fäuste geflogen sind. Das Gewaltmonopol sehe ich daher nicht auf der Seite des Staates..... Uns ist durchaus bewusst, dass wir in Uniform als "Teil des Staatsapperates" oder was auch immer wahrgenommen werden. Aber ich glaube auch, dass da ganz schön was pssieren muss, dass einer meiner Kameraden im Einsatz gewalttätig wird. Aber ich kann es durchaus nachvollziehen, dass hier manchmal wilde Wünsche seitens der Rettungskräfte in den Raum gestellt werden.

Wir sind hier eine kleine Gemeinde mit etwas 4000 Einwohnern. Also wirklich Dorf. Aber schon hier zeichnet sich deutlich die Entwcklung ab, dass Schaulustige immer dreister und auch aggressiver werden. Und die Einsätze die ich hier so erleben interessieren die Bild sicher nicht. In den meisten Fällen noch nicht mal die lokale Tageszeitung. Und wenn ich als Gaffer minutenlang gebannt durch mein Handy starre, dann bin ich auch sicher nicht an einem Schnappschuß für die Tageszeitung interessiert, sondern dann werden Videos gemacht um in der Stammtisch WhatsApp Gruppe was zum angeben zu haben.
Palomino
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon moppedrentner » 21.09.2017, 13:37

Palomino, Du sprichst mir aus dem Herzen! Danke!

Gruß vom
Hans
moppedrentner
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Re: Was du der Welt schon immer mal mitteilen wolltest:

Beitragvon Flyingbrick » 21.09.2017, 15:30

Mir auch. Und die Rechte eines Gaffers achte ich selbstverständlich. Deswegen auch die Kabelbinder bis zum Abschluss der Rettung, denn nur so kann ich sicher sein, dass der rechteliebende Mitbürger auch alles genau sehen kann. Zudem habe ich, sollte er ohnmächtig werden beim Anblick, die Gewähr, dass er nicht hart aufschlägt. Denn wie gesagt, ich kann mich ja nur um einen kümmern, in diesem Fall den, der kein Schloch ist.
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